Welche Prägeanstalten gibt es und welche Münzen werden geprägt?

Welche Prägeanstalten gibt?

Die Aufgaben einer Prägeanstalt:

Eine Prägestätte, auch Münzprägeanstalt genannt, ist ein staatliches Unternehmen oder ein Unternehmen, das im Auftrag des Staates handelt und Münzen prägt. Es wird im Auftrag des Staates gehandelt, denn nur Münzen, die gesetzliches Zahlungsmittel sind, dürfen als Münzen bezeichnet werden. Das gesetzliche Zahlungsmittel ist das, was im allgemeinen Zahlungsverkehr als Zahlungsmittel akzeptiert werden muss. In der Regel handelt es sich dabei um Münzen und Banknoten eines Staates.

Es ist zwischen aktiven und historischen Prägestätten zu unterscheiden.

Die Münze:

Münzen, welche als gesetzliches Zahlungsmittel gelten, haben einen gesetzlichen Nennwert, der auch Nominal bezeichnet wird. Dies wird durch die aufgeprägte Zahl gezeigt. Man ist verpflichtet, diesen Wert für die Verrechnung zu akzeptieren. In einigen wenigen Ausnahmen wird keine Zahl gezeigt, sondern der Wert ist gesetzlich festgelegt. Für den Krügerrand zum Beispiel ist der aktuelle Tageswert des Goldes der Nennwert. Aus diesem Grund ist der Krügerrand auch eine Münze und damit gesetzliches Zahlungsmittel im Ausgabeland.

Medaillen gelten dafür aber nicht als gesetzliches Zahlungsmittel. Man darf sie nicht als Münze bezeichnen, auch wenn sie die Form einer Münze besitzen. Jeder kann Medaillen selber prägen.

Welche Münzen werden geprägt?

Kursmünzen

Als Kursmünzen wird das aktuell gesetzlich geltende Münzgeld bezeichnet. Man kann dazu auch Umlaufmünzen sagen, da man hier von dem Geld spricht, das gerade im Umlauf ist.

Kurantmünzen

Der Materialwert deckt den Nennwert vollständig. Krügerrand wäre hier ein Beispiel für eine Kurantmünze.

Scheidemünzen

Man spricht hier vom Gegenteil einer Kurantmünze. Der materielle Wert ist daher niedriger als der Nennwert. Somit sind alle im Umlauf befindlichen Münzen, einschließlich des Euro, Scheidemünzen. Eisen-Kupfer, Kupfer-Nickel oder Kupfer-Zinn-Nickel sind typische Legierungen für moderne Scheidemünzen.

Gedenkmünzen

Diese Münzen sollen an wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten erinnern. Der tatsächliche Materialwert ist hier höher als der Nennwert, deshalb werden sie in der Praxis auch nicht zum Zahlen genutzt, auch wenn sie als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Vor allem Sammler finden an den Gedenkmünzenprägungen große Freude.

Anlagemünzen (auch Bullionmünzen genannt)

Sie zählen als gesetzliches Zahlungsmittel in dem Land, in dem sie verausgabt werden. In der Praxis werden Bullionmünzen auch nicht zu Zahlungszwecken verwendet. Mehr noch als bei Gedenkmünzen steht hier der Investitionsaspekt im Vordergrund, d.h. die Investition in eine bestimmte Menge Edelmetall. Zu diesem Zweck haben Edelmetallmünzen einen besonders hohen Edelmetallgehalt, was bedeutet, dass der Nennwert um einiges geringer ist als der tatsächliche Materialwert.

Agenturmünzen

Hier ist die Prägestätte von einem ausländischen Auftraggeber beauftragt. Meistens gibt die Nationalbank des verausgabenden Landes der Auftraggeber. die Münzen werden in Lizenz geprägt.

Herstellungsverfahren und Prägequalitäten:

Die sogenannte Ronde, also der Münzrohling, ist das Ausgangsmaterial für die Münzherstellung. Ein Stempel prägt das Motiv ein. Polierte Platte und Spiegelglanz sind Produktionsmethoden für Münzen von besonders hoher Qualität. Diese Münztechniken werden hauptsächlich bei der Herstellung von Sammlermünzen verwendet.

Polierte Platte: Die Münze wird aus polierten Münzrohlingen und  polierten Stempeln mit sehr hohem Druck mehrfach geprägt.

Spiegelglanz: Es werden keine polierten Rohlinge benutzt, aber polierte Stempel kommen zum Einsatz. Dies ist deswegen weniger aufwändig.

Aktive Münzprägeanstalten in Deutschland:

Berlin, Hamburg, München, Karlsruhe und Stuttgart besitzen jeweils staatliche Prägestätten. Diese sind für die deutschen Euro-Münzen und deren Prägung verantwortlich. Auch die deutschen Gedenkmünzen werden dort in Gold und Silber geprägt.

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